Das Schloss Tanzenberg thront über dem Zollfeld, ihm zu Füßen der Herzogsstuhl. Heute wird das in vier Trakten und einem rechteckigen Innenhof angelegte Schloss als Gymnasium genutzt, in dem schon viele die Schulbank drückten, so der Historiker Peter Wiesflecker: „Wenn man daran denkt, dass dort der derzeitige Bischof seine Schulzeit verbracht hat, aber auch Peter Handke einige Jahre in Tanzenberg in die Schule gegangen ist.“ Oder auch der Schriftsteller Engelbert Obernosterer und der Künstler Valentin Oman.
Urkundlich erwähnt wurde die heute unter Denkmalschutz stehende Burg erstmals um 1300, so Wiesflecker: „In der Neuzeit wurde sie dann umgebaut zu einem Renaissanceschloss unter den Keutschachern, die für ein Segment des Kärntner Adels stehen an der Wende vom Mittelalter zur frühen Neuzeit, das man als Aufsteiger bezeichnen könnte. Die Keutschacher sind ursprünglich ein bäuerliches Geschlecht, das in den ersten Generationen im Spätmittelalter sukzessive aufsteigt durch Verwaltungsfunktionen und dann seinen Höhepunkt erreicht mit der Wahl Leonharts von Keutschach zum Salzburger Erzbischof.“ Er beschenkte seine Kärntner Verwandten reichlich.
Diese bauten dann die Burg zu dem prächtigen Renaissanceschloss um: „Wenn man heute den Innenhof betritt mit seiner zweigeschossigen Arkadenreihe, hat man noch den Eindruck von dieser Anlage, die schon die Zeitgenossen fasziniert hat.“
Allerdings übernahmen sich die Keutschacher. Der Bau dieser prächtigen Anlage ruinierte sie finanziell, so Wiesflecker: „Im Laufe des 17. Jahrhunderts mussten sie das Schloss verkaufen. Der letzte Keutschacher ist dann um 1770 als Türmer von Klagenfurt gestorben. Nach mehrfachem Besitzwechsel wurde um 1900 Tanzenberg zu einem Kloster eines italienischen Ordens, der Olivetaner, die dort ein Kloster eingerichtet haben, das bis in die frühen 1950er-Jahre Bestand hatte. Schon davor hat sich dann die Diözese hier eingemietet mit dem bischöflichen Seminar, mit dem Gymnasium, das bis heute besteht.“
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